Checkliste - Wie finde ich den richtigen Fotografen?

In 10 Monaten findet unsere Hochzeit statt und wir haben noch keinen Fotografen gebucht!

...dann wird es höchste Zeit!

 

Wie finde ich den richtigen Fotografen der zu uns passt? Die Auswahl ist schier endlos. Zur Zeit gibt es ca. 25.000 angemeldete Fotografen in Deutschland und Sie sollen sich jetzt entscheiden, aber nach welchen Kriterien?

Früher war alles einfacher, das stimmt natürlich nicht immer. 2004 war es doch etwas einfacher, da musste man nur unter ca. 4000 angemeldeten Fotografen auswählen. Da wusste mann auch, dass alle diesen Beruf in einer Ausbildung gelernt hatten. Das ist natürlich kein Qualitätsmerkmal. Es gibt auch gute Hobbyfotografen und schlechte Fotografen mit Ausbildung. Das macht es für Sie jetzt nicht einfacher. Von den 25.000 "Fotografen" sind ca. 85 % Hobbyfotografen mit Nebengewerbe die von dem Beruf des Fotografen meist nicht leben könnten, würden sie diesen als Hauptberuf ausüben. Die Bezeichnung "Fotograf" ist nicht mehr geschützt. Jeder kann ein Gewerbe anmelden und sich Fotograf nennen. 

 

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Was Sie wissen ist, dass Sie ganz tolle und vielleicht auch etwas ungewöhnliche und emotionale Fotos haben möchten.

Ein Fotograf mit Erfahrung soll es sein, damit nichts schief geht und Sie am Ende ohne Fotos dastehen oder mit Fotos die Ihnen nicht gefallen. Außerdem sollte der Fotograf auch in Ihr Budget passen, am Besten so günstig wie möglich aber auch so gut wie möglich. Und da fängt es schon an. Preiswert und Top Qualität, da beißt sich die Maus in ihren eigenen Schwanz. 

Aber das soll es ja schon gegeben haben. Ein guter Fotograf der nicht weiß was seine eigene Arbeit wert ist. Der vielleicht nicht von seinem Beruf leben muss und nicht kalkulieren kann. Da können Sie aber lange suchen. Vielleicht haben Sie ja Glück. Viele Hochzeitspaare haben auch keine Ahnung was gute Fotos vom Fotografen kosten und haben Vorstellungen vom Honorar, dass nach Abzug der laufenden Kosten und Einkommensteuer ein Fotograf einen schlechteren Stundenlohn als eine Putzfrau hätte. Vorstellungen von 350 € - 800 € für eine 12 Stunden Begleitung sind keine Seltenheit. Diese Fotografen gibt es natürlich, aber gute Fotos können Sie nicht erwarten. Wenn Sie damit leben können ist das natürlich auch in Ordnung. Am Ende entscheidet Ihr Geschmack und Ihr Geldbeutel. So ist das eben. Ihnen müssen die Fotos gefallen ob sie am Ende gut sind oder nicht ist dann eigentlich egal. Viele Menschen sehen leider nicht, ob ein Foto gut ist oder nicht. Das würde jetzt auch zu weit führen, zu erklären was ein gutes Bild ausmacht. Vielleicht kommt das mal in einem anderen Blogbeitrag?

 

Sicher werden Sie nach einer Internetsuche nach dem geeigneten Hochzeitsfotografen einige anschreiben und dann vergleichen. Entscheidend sollte dann nicht der Günstigste sein, sondern der mit der besten Leistung. In meiner Checkliste können Sie so jeden Fotografen durchgehen und optimal vergleichen. Hier erfahren Sie nun auf was man alles achten sollte.

Ob jeder Punkt für Sie wichtig ist, müssen Sie dann selbst entscheiden.

 

1. Wie unterscheide ich zwischen Fotograf mit und ohne Ausbildung?

Dazu muss man auch unterscheiden zwischen Berufsfotografen ohne Ausbildung, die sich selbstständig gemacht haben und auch von Ihrem Beruf leben müssen. Dies soll keine Wertung darstellen. Sie müssen einfach gewisse unterschiede kennen.

Der Hobbyfotograf hat am wenigsten Erfahrung und meist auch eine preiswerte Amateurausrüstung. Er kommt oft nur mit einer Kamera und einem Blitz. Gehen die Geräte bei der Hochzeit kaputt, ist es vorbei mit den Hochzeitsfotos.

Der Fotograf ohne Ausbildung hat auf jeden Fall schon mehr Erfahrung und meist auch eine Profiausrüstung dabei.

Der ausgebildete Fotograf hat durch seiner Ausbildung ein fundiertes Wissen über Bildgestaltung und Bildaufbau. Auch das Wissen um die Technik wie die verschiedenen Brennweiten, Kameraeinstellungen und weiteres Grundwissen wurden 3 Jahre lang verinnerlicht. Meist hat man sich erst nach ein paar Jahren als angestellter Fotograf selbstständig gemacht und konnte so viele Erfahrungen sammeln. Auf der Website finden Sie meist eine Biografie. Dort ist dann auch die Ausbildung aufgeführt. Beim Hobbyfotograf finden Sie meist Formulierungen wie, Hobby zum Beruf gemacht oder ich habe meine Kinder fotografiert und so den Spaß am fotografieren entdeckt. Wenn Sie nicht sicher sind, fragen Sie einfach nach einem Gesellenbrief, wenn Ihnen das wichtig ist.

 

2. Wie lange ist der Fotograf schon Selbstständig?

Daran können Sie erkennen wieviel Erfahrung der Fotograf hat. Er sollte sich schnell auf jede Situation einstellen können und so von jedem Ereignis gute Aufnahmen erstellen können. Ein Fotograf der schon auf viele Hochzeiten zurück blicken kann hat einfach mehr Routine als wenn er erste 5 Hochzeiten begleitet hat und erst noch seinen Stil finden muss.

Am Ende sollten mindestens 90 % gute Fotos herauskommen.

 

3. Ist ein Studio vorhanden?

Das ist doch nicht so wichtig, werden Sie sagen. Die Portrait-Fotos sollen doch sowieso im Freien erstellt werden.

Was ist aber wenn es regnet? Dann haben Sie gar keine Fotos. Bei Regen können wir einfach im Studio die Portraits erstellen und haben so kein Risiko. Leider entstehen im Studio meist Fotos auf einem weißen (oder eine andere Farbe) Papierhintergrund, dann sehen alle Fotos doch ähnlich aus. Nur die Posen sind unterschiedlich. In unserem 130 qm Studio mit "Kaminzimmer" entstehen Aufnahmen wie in einem Wohnzimmer. So entstehen unterschiedliche Hochzeitsaufnahmen mit Atmosphäre.

 

4. Die Kamera

Die Ausrüstung eines Hochzeitsfotografen spielt eine große Rolle und entscheidet manchmal über Erfolg oder Misserfolg.

Auch preiswerte Amateurkameras liefern gute Qualität, unterscheiden sich jedoch in einigen wichtigen Punkten von den Profikameras im Vollformat. Profikameras haben immer 2 Speicherkarten die parallel beschrieben werden können. Ist eine Speicherkarte defekt, kann das vom Fotograf nicht erkannt werden da meist alles normal funktioniert. Erst beim herunterladen bemerkt man, dass die Fotos nicht zu retten sind. Zum Glück hat man aber alle Fotos auf der 2. Speicherkarte und die Hochzeit ist gerettet. Eine Amateurkamera ist auch nicht so robust und verlässlich wie eine Profikameras. Da ist es verwunderlich, dass viele Amateure nicht mit einer 2. Ersatzkamera und einem Ersatzblitz zur Hochzeit kommen. Das ist einfach verantwortungslos. Trotz Profikamera sollte man immer noch eine Ersatzkamera und einen Ersatzblitz dabei haben!

Das ist natürlich nicht der einzige Unterschied. Das Rauschverhalten im Bild ist bei einer Profikamera auch viel besser. Man kann so bei wenig Licht und mit hoher ISO noch tolle Bilder erstellen. Denn die meisten Bilder einer Reportage entstehen bei schlechten Lichtverhältnissen wie in der Kirche und bei der Feier.

 

5. Erstellt der Fotograf die Fotos im RAW-Modus oder als JPG?

Die RAW-Datei ist das sogenannte digitale Negativ mit sehr viel mehr Bildinformationen als das JPG. 

Ein Brautkleid in der Sonne ist meist überstrahlt auf dem Foto. So kann man nicht einmal mehr die Stickereien oder Falten sehen. Im JPG sind diese Bildinformationen einfach nicht mehr vorhanden. Mit einem RAW kann man alle Bildinformationen wieder zurückholen und das Kleid sieht wieder perfekt aus. Natürlich ist das auch mehr Aufwand in der Nachbearbeitung aber die Braut möchte doch ihr Kleid in voller Pracht auf den Fotos sehen! Das Gleiche gilt natürlich auch für die Schatten, die dann auch mehr Zeichnung haben als ein JPG. Die bearbeiteten Fotos werden immer im JPG Format abgespeichert und geliefert. Darüberhinaus sollte der Fotograf alle Dateien unbegrenzt archivieren. Leider gibt es Fotografen die nach Beendigung des Auftrags alle Dateien löschen oder nur die bestellten Dateien archivieren.

 

6. Werden die Portraitfotos retuschiert?

Manche Fotografen korrigieren das komplette Bild nur in der Helligkeit, Farben und Kontrast. Vielleicht auch noch die Lichter und Schatten. Und das wars. Das ist dann maximal in einer Stunde erledigt. Ich finde Retusche sehr wichtig. In 5-8 Stunden retuschiere ich nicht nur Pickelchen sondern auch abstehende Haare, gelbe Zähne, Augenringe, Zigarettenkippen auf dem Boden, Flecken auf dem Kleid oder Anzug, störende Passanten im Hintergrund und vieles mehr. So entstehen einzigartige und perfekte Portraitaufnahmen. Wird dann auch noch ein Bildband erstellt, sollen die Portraits ja besonders perfekt sein.

 

7. Der Bildband

Da gibt es viele Hersteller mit unterschiedlichen Produkten. 

Ein Hardcoverbuch würde ich für Ihre Hochzeit nicht empfehlen. Für Urlaubsbilder ist das völlig ausreichend aber für Ihre Hochzeit? Hardcoverbücher sind nicht besonders haltbar und sehen auch nicht sehr Wertig und Edel aus. Ein hochwertiger Bildband mit Leinen bezogen oder aus Leder macht da schon mehr her. Auch die Gestaltung der Fotos unterscheidet sich von Fotograf zu Fotograf. Lassen Sie sich alles genau zeigen bevor Sie sich entscheiden.

 

8. Die Bildauswahl

Bekommen Sie auch von Ihrem Fotografen einfach einen Stick mit "Allen" Dateien geschickt? Oft hat nur der Fotograf die Bilder ausgesucht und Sie haben die Bilder vorher nicht zu Gesicht bekommen. Wie soll denn ein Fotograf wissen, welche Fotos IHNEN gefallen und für Sie wichtig sind. Da sind dann Gäste auf den Fotos die Sie nicht unbedingt gebraucht hätten. Fotos von wichtigen Personen oder Ereignissen sind vielleicht garnicht vorhanden. Bei einer Ganztagsbegleitung (12 Stunden) entstehen ca. 2000-3000 Fotos und Sie haben mit 500 Dateien "ALLE" Fotos erhalten? Den größten Teil der Fotos werden Sie nie sehen. Besser sie setzen sich mit dem Hochzeitsfotografen zusammen und wählen Ihre Fotos selbst aus. Diese werden dann entsprechend bearbeitet und an Sie als Datei oder als Abzug geliefert. Abzüge sollten immer aus einem Profilabor kommen und nicht von einer Drogeriekette. Der Qualitätsunterschied ist enorm und bei Nachbestellungen gibt es oft große Unterschiede in der Helligkeit und den Farben.

 

Sie sehen also, es gibt viel zu beachten und die Unterschiede von Fotograf zu Fotograf können sehr groß sein. Genauso Unterschiedlich groß kann dann auch das Ergebnis ausfallen. Der Fotograf muss einfach zu Ihnen passen und gute Qualität möchte eigentlich jedes Brautpaar haben. Vereinbaren Sie einfach ein persönliches Beratungsgespräch, lassen Sie sich Fotos von einer kompletten Hochzeit zeigen und nicht nur ein paar von verschiedenen Hochzeiten. Und zu guter letzt, sparen Sie nicht am Fotografen. Es haben sich schon viele Brautpaare im Nachhinein über Ihre Fotos geärgert.

CHECKLISTE

 

1. Profifotograf oder Hobbyfotograf?

 

2. Dauer der Berufstätigkeit/Erfahrungen?

 

3. Fotostudio vorhanden?

 

4. Amateurkamera oder Profikamera?

 

5. Ersatzkamera und Ersatzblitz?

 

6. Zwei Speicherkarten oder nur eine Karte in der Kamera?

 

7. Archivierung aller Dateien?

 

8. Wird im RAW oder JPG Format fotografiert? 

 

9. Werden die Portraitaufnahmen retuschiert?

 

10. Können die Fotos selbst ausgewählt werden?

 

11. Bildband: Hardcoverbuch oder hochwertiger Bildband?

 

12. Wird ein Vertrag erstellt? So kennen Sie Ihre Rechte und es ist alles schwarz auf weiß geregelt.

 

13. Abzüge aus dem Profilabor?

 

14. Passwortgeschützte Online-Galerie?

 

15. Danksagungskarten möglich?

 

16. Ist die Fotografin oder der Fotograf sympathisch und erscheint kompetent?

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